Im Gespräch mit Christina Jacker-Hundt zu Content Marketing & Konsumentenpsychologie

Folge 104

Im Gespräch mit Christina Jacker-Hundt zu Content Marketing & Konsumentenpsychologie
Mitschnitt-Länge: 45 Minuten
Mitschrift verfügbar

Konsumentenpsychologie im Content-Marketing: Nutzen Sie psychografische Analysen und emotionale Trigger, um Zielgruppen gezielt anzusprechen.

Christina Jacker-Hundt, Head of Marketing bei Project Expat, beleuchtet im Interview die Anwendung von Konsumentenpsychologie und emotionalen Triggern im Content-Marketing. Der Beitrag bietet eine fundierte Analyse, wie Marketingverantwortliche in Plattformunternehmen psychologische Erkenntnisse nutzen können, um Zielgruppen gezielt anzusprechen und gleichzeitig ethische Grenzen zu wahren. Die Diskussion umfasst psychografische Zielgruppenanalysen, den Einsatz emotionaler Trigger und die Abgrenzung zwischen Beeinflussung und Manipulation. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung von Community-Feedback und die Notwendigkeit, die Zielgruppe aktiv einzubeziehen.


Im Gespräch grenzt Jacker-Hundt Werbepsychologie klar von Manipulation ab und betont die Relevanz von Inhalten, die für Nutzer nützlich und interessant sind. Sie erläutert, dass psychografische Zielgruppenanalysen essenziell für die Entwicklung effektiver Content-Marketing-Strategien sind. Emotionale Trigger wie Humor und visuelle Reize können die Aufmerksamkeit und Erinnerung der Zielgruppe positiv beeinflussen. Jacker-Hundt warnt jedoch vor der Gefahr von Reaktanz, wenn Nutzer zu häufig mit Triggern konfrontiert werden. Sie empfiehlt, psychografische Analysen und Persona-Modelle gezielt einzusetzen und die Wirkung von Triggern bewusst zu reflektieren. Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen sieht sie als zentrale Herausforderungen für das zukünftige Marketing.

Manipulative Werbung ist nicht mein Anspruch im Marketing. Ich schaffe Inhalte, die für Nutzerinnen relevant und interessant sind. – Christina Jacker-Hundt


Emotionale Konditionierung kann im Marketing genutzt werden, um positive Gefühle mit einer Marke zu verknüpfen. – Christina Jacker-Hundt


Die Zielgruppe ist der Schlüssel. Setzt euch mit den Menschen auseinander, die ihr erreichen wollt, und hört auf ihre Bedürfnisse. – Christina Jacker-Hundt

  • Werbepsychologie sollte nicht mit Manipulation verwechselt werden – Inhalte müssen relevant und nützlich für die Zielgruppe sein.
  • Eine detaillierte psychografische Zielgruppenanalyse ist essenziell, um effektive Content-Marketing-Strategien zu entwickeln.
  • Emotionale Trigger wie Humor, Neuartigkeit und visuelle Reize können die Aufmerksamkeit und Erinnerung der Zielgruppe positiv beeinflussen.
  • Die Generation Z hat eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und bevorzugt kurze, visuell ansprechende Inhalte wie TikTok-Videos.
  • Community-Feedback und User-Generated Content sind wertvolle Quellen, um Zielgruppen besser zu verstehen und einzubinden.

Die Diskussion um den Einsatz von Konsumentenpsychologie und emotionalen Triggern im Content-Marketing offenbart ein strategisch relevantes Spannungsfeld zwischen effektiver Zielgruppenansprache und ethischen Grenzen. Die Herausforderung besteht darin, psychologische Erkenntnisse zu nutzen, um Inhalte zu schaffen, die sowohl relevant als auch nützlich für die Zielgruppe sind, ohne dabei in manipulative Praktiken abzurutschen. Dieses Spannungsfeld wird besonders deutlich, wenn es um die Abgrenzung zwischen Beeinflussung und Manipulation geht, insbesondere bei vulnerablen Zielgruppen wie Kindern oder Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der Beitrag macht sichtbar, dass die Transformation hin zu einer verantwortungsvollen Nutzung von Konsumentenpsychologie nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine kulturelle Sensibilisierung erfordert. Es geht darum, strukturelle Widersprüche zu überwinden, indem man die Balance zwischen kommerziellen Zielen und ethischen Standards wahrt.


Der Beitrag liefert wertvolle Reflexionsimpulse für Marketingverantwortliche, indem er Prinzipien wie die detaillierte psychografische Zielgruppenanalyse und die bewusste Nutzung emotionaler Trigger hervorhebt. Er fordert dazu auf, die Wirkung von Marketingmaßnahmen kritisch zu hinterfragen und die Zielgruppe aktiv einzubeziehen, um relevante und authentische Inhalte zu entwickeln. Diese Perspektive verschiebt den Fokus von rein datengetriebenen Ansätzen hin zu einer stärkeren Berücksichtigung qualitativer Insights und Community-Feedback. In der operativen Praxis bedeutet dies, dass Marketer nicht nur auf analytische Systeme vertrauen sollten, sondern auch auf die direkte Interaktion mit der Zielgruppe, um nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen. Strategisch gesehen unterstützt der Beitrag den kulturellen Wandel hin zu einem Marketing, das nicht nur effektiv, sondern auch verantwortungsbewusst ist.

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