Von der Kampagnenplanung zur Themenplanung: Erfahrungen bei der Umstellung der Content-Strategie.

Von der Kampagnenplanung zur Themenplanung: Erfahrungen bei der Umstellung der Content-Strategie.
Mitschnitt-Länge: 20 Minuten
Mitschrift verfügbar

Wie eine zentrale Themenarchitektur, Scoring und ein Planungstool Content-Prozesse, Markenprofil und Teamabstimmung in NGOs stärken.

Internationale Non-Profit-Organisationen mit dezentralen Kommunikationsstrukturen stehen vor der Herausforderung, Effizienz, Markenprofil und teamübergreifende Abstimmung zu verbessern. Der Praxis-Talk beleuchtet die Umstellung von einer kampagnen- und kanalgetriebenen Content-Planung auf ein strategisch ausgerichtetes, themenbasiertes Management. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung einer zentralen Themenarchitektur, die systematische Bewertung von Themen mittels Scoring und die Einführung eines zentralen Tools für Themenmanagement. Die Perspektive einer Organisation mit über 1.000 Mitarbeitenden und länderspezifischen Teams bietet Einblicke in die organisatorische Transformation und die Anforderungen an Disziplin und Kulturwandel.

Die Sprecher:innen schildern, wie eine kompakte Themenarchitektur die strategischen Schwerpunkte der Organisation abbildet und als Grundlage für die Jahres- und Halbjahresplanung dient. Das Themenscoring erfolgt anhand definierter Kriterien wie Strategie, Business Impact, Image, Nachrichtenwert, Effektivität und Effizienz, um Prioritäten zu setzen und Ressourcen gezielt einzusetzen. Die Zuordnung von Kernbotschaften und Kommunikationszielen zu jedem Content-Piece fördert Klarheit und Kohärenz in der Kommunikation. Die Einführung des zentralen Systems erfolgt schrittweise, unterstützt durch regelmäßige Themenkonferenzen und ein zentrales Planungstool, das Status, Deadlines und Workflows abbildet. Die Umstellung erfordert Disziplin und einen Kulturwandel, führt jedoch zu mehr Transparenz, besserer Abstimmung und einer nachhaltigen Verbesserung der Content-Prozesse.

Wir wollten weg vom Gemischtwarenladen und hin zu einer klaren Themenarchitektur, die unsere Strategie konsequent abbildet. – Susanne Strässle

Ein Redaktionssystem ist kein Zeitspartool, sondern ein Instrument für bessere, strategischere Content-Planung – und das erfordert Disziplin und Kulturwandel. – Mirko Lange

Einfachheit steht am Ende des Prozesses, nicht am Anfang – erst wenn die Komplexität abgebildet ist, wird der Workflow für alle wirklich transparent und nutzbar. – Mirko Lange

  • Die Umstellung von Excel-basierten, kanalgetriebenen Redaktionsplänen auf eine zentrale, themenbasierte Content-Planung erhöht die Effizienz und Transparenz in internationalen Teams.

  • Eine klare Themenarchitektur, die die Organisationsstrategie abbildet, ermöglicht eine gezielte und kohärente Kommunikation nach innen und außen.
  • Das Themenscoring anhand von Kriterien wie Strategie, Business, Image, Nachrichtenwert, Effektivität und Effizienz hilft, relevante Themen zu priorisieren und Ressourcen optimal einzusetzen.
  • Die systematische Zuordnung von Kernbotschaften und Kommunikationszielen zu jedem Content-Piece stellt sicher, dass Inhalte strategisch auf die Organisationsziele einzahlen.
  • Die Einführung eines zentralen Systems für Themenmanagement und Content-Planung erfordert Disziplin und Kulturwandel, bietet aber langfristig eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsprozesse und Markenwahrnehmung.

Die Umstellung von kampagnengetriebener Content-Planung auf eine strategisch fundierte Themenarchitektur adressiert einen zentralen Zielkonflikt internationaler Non-Profit-Organisationen: den Spagat zwischen operativer Flexibilität und der Notwendigkeit, ein konsistentes Markenprofil über Ländergrenzen hinweg zu sichern. Im Kern steht die Frage, wie in dezentralen, oft heterogenen Teams die inhaltliche Steuerung so gestaltet werden kann, dass sie nicht in Beliebigkeit oder Aktionismus mündet. Der Beitrag macht deutlich, dass die eigentliche Herausforderung weniger in der Auswahl der richtigen Tools oder Methoden liegt, sondern in der Überwindung gewachsener Routinen, informeller Machtstrukturen und individueller Deutungsmuster. Die Einführung eines zentralen Themenmanagements zwingt zur Auseinandersetzung mit Verantwortungsverschiebungen: Wer entscheidet, was relevant ist? Wie werden strategische Ziele operationalisiert, ohne lokale Expertise und Engagement zu verlieren? Die systematische Bewertung und Priorisierung von Themen nach strategischen Kriterien legt blinde Flecken offen, die in klassischen Redaktionsprozessen häufig übersehen werden – etwa die Tendenz, kurzfristige Opportunitäten über langfristige Wirkung zu stellen.

Aus dem Praxisbericht lassen sich mehrere handlungsrelevante Prinzipien ableiten. Erstens: Themenarchitektur und Themenscoring schaffen nicht nur Transparenz, sondern auch eine neue Form der Selbstvergewisserung im Team. Die bewusste Zuordnung von Kernbotschaften und Kommunikationszielen zu jedem Content-Piece zwingt zur strategischen Disziplin und reduziert die Gefahr, Ressourcen in wenig wirksame Aktivitäten zu investieren. Zweitens: Der Wandel gelingt nur, wenn Führung konsequent vorlebt, dass Einfachheit und Klarheit Ergebnis eines anspruchsvollen, oft konflikthaften Prozesses sind – nicht dessen Ausgangspunkt. Drittens: Die nachhaltige Verbesserung von Effizienz und Markenprofilierung setzt einen Kulturwandel voraus, der alte Routinen hinterfragt und neue Formen der Zusammenarbeit etabliert. Für Kommunikationsverantwortliche in internationalen NGOs liefert der Beitrag damit einen Impuls, Content-Strategie als kontinuierlichen Transformationsprozess zu begreifen, der operative Praxis, strategische Steuerung und kulturelle Entwicklung eng miteinander verzahnt.

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