Mitschnitt-Länge: 20 Minuten
Das Internet kehr zu seinen Wurzeln zur?ck. Unter dieser ?berschrift kann der Wandel zu gezielter Information, zu Interaktion und Dialog stehen. Aber nicht nur die User ?ndern ihr Verhalten: neue, stark qualitative Marktforschung ver?ndert auch die Kommunikation der Marken mit den Menschen, die fr?her nur als "Zielgruppe" angesprochen werden konnten.
1) Hr Blumtritt, als Research-Leiter der Burda Community Network werden Sie beim Community SUMMIT ein Referat ?ber die Verbreitung und Nutzung von Online-Communities halten. Mit welchen drei Schlagworten l?sst sich Ihr Vortrag auszeichnen?
Das Internet wird wieder stark so genutzt, wie wir es aus der Zeit vor dem WWW kennen: Schwarze Bretter, Use-Groups, spezielle Archive - viel Interaktion und spezialisierte Kommunikation. Dadurch lassen sich die User als Personen mit ganz spezifischen Bed?rfnissen erkennen, auf die gezielt eingegangen werden kann - man k?nnte von "Micro-Zielgruppen" sprechen, aber der Ausdruck Community ist viel besser.
2) Spricht man ?ber Online-Communities, so kommt man bei der Beschreibung der Community-Nutzer oft auf den Stereotypen der jugendlichen Online-Gamer. Ist das das typische Community-Mitglied?
Die "Digital Divide", der Graben, der Internet-Nutzer von den Internet-Verweigerern trennt, ist nachwievor tief - die Trennung l?uft aber immer weniger nach Alter. Eine Community - eine Gemeinschaft - bedeutet, etwas gemeinsam zu haben, da sind spezielle Interessen wie Gaming mit hoher Affinit?t zum Computer nat?rlich nach wie vor ganz vorn. Betrachtet man aber z. B. den Austausch in den zahllosen Verbraucher-Sites, in Sites ?ber Haushalts- oder Familienthemen, so kann man einen Personen allen Alters erleben. Und es gibt auch einige sehr erfolgreiche Senioren-Communities.
3) In den Altersstrukturen sind die Community-Nutzer also deutlich normalverteilter als angenommen. Wie sieht es bei der Themen-Afinit?t aus?
Mir ist noch kein Thema untergekommen, f?r das es keine Community gibt.
4) K?nnen Sie also sagen, dass Online-Communities bzgl. der potentiellen Zielgruppe ein breit einsetzbares Instrument f?r die Online-Strategie
sind?
Wir setzen f?r Hubert Burda Media eine Vielzahl von Konzepten um, die wir aus der Interaktion mit Communities gewinnen. Das beginnt damit, unseren Usern, Lesern, Kunden "aufs Maul" zu schauen, d. h. ihre Interessen viel differenzierter wahrzunehmen, als das mit klassischer Fragebogen-Marktforschung m?glich w?re; und wir entwickeln f?r unsere Kunden gezielt L?sungen, die von den Menschen als "Beitrag" mit Wert angenommen werden.
5) Was sind Ihre Prognosen f?r die Entwicklungen in diesem Bereich?
Die Interaktionen beziehen zunehmend die "reale" Ding-Welt mit ein. Das "Internet of Things" wird die n?chste Evolutionsstufe.
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